Die Zeitrechnung

In Zentrium ging man im zweiten Jahrtausend nach dem vermuteten Jahre Null im allgemeinen vom Zeitsystem der Monate (ol´choi) und Jahre (phil´choi) aus. Ein Jahr umfasste dabei zwölf Monate, so wie auch wir es kennen. Diese sind, nach dem meist verbreitetem Kalender und den uns bekannten Monatsnamen zugeordnet, folgende:

Januar – Primlivo

Februar – Levuria

März – Eriento

April – Annestus

Mai – Lhunia

Juni – Ballarius

Juli – Aielhi

August – Ocorenius

September – Transilio

Oktober – Dicidomio

November – Rhesilia

Dezember – Ternanto

Ein Tag (dechicha´cha) umfasst 24 Stunden (oledis), wobei jede Stunde aus 60 Minuten (ilodas) besteht. Bei der Zeiteinheit und Jahresrechnung gibt es also kaum Unterschiede zu der unsrigen. Die Monate haben jedoch eine leicht differierende Anzahl von Tagen. So ist der Levuria nicht kürzer als der Primlivo, der Annestus dafür einige Tage kürzer als der Lhunia. Der Aielhi ist meist drei bis vier Tage länger als der Ballarius, der Ocorenius dafür ebenso länger wie der Transilio. Dicidomio und Ternanto sind sehr lange Monate. Rhesilia dazwischen kommt recht kurz daher. Die Verteilung der Tage auf die Monate wird in Zentrium nicht sehr genau genommen, doch bleibt festzuhalten, dass letztlich das zentriumsche Jahr doch immer aus 360 bis 370 Tagen besteht.

Sie werden im Zentrium des 17. Jahrunderts n. Kk. eher hören "Es ist Ende August." als "Es ist Ende Ocorenius." Die alten Begriffe existieren, warten aber noch auf ihre Renaissance.

Die eingeklammerten Begriffe in diesem Text (oledis für Stunden zum Beispiel) sind die auch in Zentrium zu jener Zeit kaum noch gebräuchlichen ursprünglichen, sprachübergreifenden Bezeichnungen. Nur Magier und Zentriken verwenden sie noch ab und an. Im System der Monate, wie oben beim Kalender beschrieben, rechnen und denken die meisten Bewohner Zentriums jedoch sowieso nicht. Sie begnügen sich in der Regel mit der sicht- und spürbaren Abfolge der Jahreszeiten, um sich zeitlich zu orientieren. Hinzu treten ab und an lokale Besonderheiten.

Die Jahreszeiten gliedern sich dabei zuerst in die auch uns bekannten vier Teile Frühling (hyalirya), Sommer (ammarana), Herbst (skridereria) und Winter (shpingosz). Üblicherweise, da dies noch zu großteilig ist, gliedert sich das Jahr in ebenfalls zwölf, vom Wetter abhängige Einheiten (von denen natürlich auch einmal eine wegfallen oder mit einer anderen verschmelzen kann – es geht nach Gutdünken eines jeden Einzelnen):

Spätwinter/Jungjahr (rando´choi)

Frühlingsbeginn/Welterwachen (lyriana)

Hochfrühling/Welterblühen (lyrenda)

Spätfrühling/Hitzwerdung (alymma)

Frühsommer/Weltglanz (lymara)

Hochsommer/Freudenglut (ammaratis)

Spätsommer/Goldzeit (ammarando)

Frühherbst/Sonnherbst (skridamma)

Spätherbst/Altjahr (skridi´gosz)

Winterbeginn/Eiswerdung (choigosz)

Tiefer Winter/Schneezeit/Endjahr (shpinorus oder auch eterga`choi)

 

Die zwölfte Jahreszeit kann in keine eindeutige Position gebracht werden. Es handelt sich um die Regenzeit/Wasserzeit (laiquo´tura), die mal kommt, mal nicht. In vielen Teilen Zentriums liegt sie im Frühling oder im Herbst.

Abschließend zur Vervollstädnigung die althergebrachten Begriffe für die Tageszeiten:

Früher Morgen – nergo

Morgen – raffai

Vormittag – nerfai

Mittag – dorgi

Nachmittag – tellia

Abend – salra

Später Abend (aber noch vor Mitternacht) – salra`vecha

Mitternacht – zassae

Nacht (von Mitternacht bis nergo) – zassvech

 

In der Nordmenschensprache haben sich diese Begriffe, sofern nicht „Morgen“, „Nacht“ etc. schon verwendet wird, zu folgenden transformiert:

Nanorgo (nergo)

rafalla (raffia)

nefalla (nerfai)

dogo (dorgi)

tellena (tellia)

salla (salra)

sallara (salra`vecha)

assa (zassae)

assara oder inogo (zassvech)

 

Auf weitere Sprachen soll an dieser Stelle nicht eingegangen werden. Man wird aber im Zentrium des zweiten Jahrtausends nach Null eher hören „Der Morgen im Sonnherbst ist herrlich.“ als „Der raffai im skridamma ist herrlich.“ 

 

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