Der Stein:

Der Stein, den Erla Blattschild-Silberbirke in ihrem Diadem auf der Stirn trug, war um das Jahr 800 vor dem angenommenen Jahr 0 im heutigen Amorica erschaffen worden. Einer der letzten aktiven zentrikischen  Steinschleifer und Schmuckschmiede, Ellius mit Namen, hatte ihn in jahrelanger Arbeit gefertigt. Nicht das Licht der Bäume oder jenes der Sonne, nicht den Glanz der Sterne oder den Schimmer des Mondes hatte er darin gefangen. Der Stein trug den silbernen Schein reiner Herzen in der Dunkelheit des entstehenden Silbernen Königreichs in sich. Tränen und Gedanken dessen Gründer waren in ihn eingebunden worden. Nun waren die Gründer des Reiches besonders mächtige Wesen, die einen Teil ihrer immensen Kräfte dem Schmied Ellius zur Verfügung stellten und schenkten. Doch lange Jahre - den Stein hatte Ellius dem König des Silbernen Königreiches zum Geschenk gemacht - wusste man nicht recht um dessen Kräfte. Anfangs wurde der Stein auf einem Samtkissen zur Rechten des Thrones zur Schau gestellt, doch als Teile des S.K. von Sovotyri entdeckt, verbrannt und verwüstet worden waren, trug ihn der König fortan immer bei sich: Der Stein ruhte in einem silbernen, verschließbaren Döschen, welches er an einer Kette um den Hals trug. Als der König jedoch gezwungen war, an der Schlacht an den Hängen des Felsenvogels teilzunehmen, da fiel er und mit ihm der Stein in den Staub. Ein junger Mensch jedoch rettete den Stein vor den gierigen Klauen der Sovotyri und den unbarmherzigen Eisenhänden der Schattenreiter. Die Legende nennt ihn Erin. Erin stammte aus jenem Menschenvolk, das später in Thordin siedeln würde. Zu jener Zeit lebte seine Sippe am Lilloya-Strom, der heute Rossfluss heißt. Die alte Heldensage „Erin vom Lilloya“ ist weit verbreitet und beliebt, enthält jedoch kaum irgendeine Wahrheit. Von der Schlacht entkommen, wandte sich Erin also dem heutigen Walden zu. Eine Reihe von Magieraugen hatten bemerkt, dass er den Stein ergriffen hatte, doch eingreifen konnten sie nicht, da sie sich in großer Bedrängnis befanden. Zudem waren die meisten von ihnen stillschweigend einverstanden, dass ein Verbündeter, aufrechter Mensch das Kleinod aus dem Getümmel entfernte, bevor es der feindlichen Armee in die Hände fallen konnte. Tatsächlich kam Erin sicher heim und verbarg den Stein, der noch immer keinen Namen hatte, in einer Eichentruhe, welche er auf den Dachboden der Scheune trug und viel Heu darüber aufschichtete. So fanden Mann und Stein für ein knappes Jahr Ruhe. Diese war jedoch keineswegs von Dauer…