Seelenherbst

Morgen, du, der heraufzieht,

bist voll Sonne, schön und schlicht;

Magen, der voll Schmerz ist,

siehst und fühlst das Lichte nicht.



Wärme trifft auf hartes Eis,

es durchziehet jeden Körper;

nichts bleibt wie es seien sollt,

Träume nur noch Grenzen zeigen.



Grüne Frische, bist Vergangenheit

obwohl das Auge dich erblickt;

Frühling, starbst dahin so still

und nahmest all die Hoffnung mit.



Herbst der Seele, kamst zu früh,

gehen willst du nimmermehr.

Jeder Tag fällt wie ein Blatt

und es werden täglich mehr.



Grüne Blätter sprießen nicht

und niemand gießt die Blumen -

alte Wünsche hart erwischt,

umgeknickte Bäume.



Nebel, der das Lichte schluckt,

nimm den Schmerze in dir auf

und trage ihn ins Land der Schleier,

bis er sich dort selbst vergisst.

 

JCS 03/07