Das Dahinschwinden jeglicher begründeter Hoffnung
Vor sechs Wochen
wollt ich noch hoffen
vor sechs Jahren
Hoffung verteilt in Haaren.
Hautstücke ausgerissen
Menschen beschissen
lächerliche Entwürdigung
endlose Beschämung
nachdem es wurde festgestellt
hier hilft kein Geld der Welt.
Fotos in E-Mails als Geißel der Moderne
besonders Männer sehn sie so gerne
dabei bin ich selber Mann
und fasse kaum, was man dort sehen kann.
Interessen werden nicht bezweifelt
wenn das Schicksal mit Bechern würfelt
und die Kuben, die friedlich fallen, zeigen nur Zahlen, die keinem gefallen.
Privat, privat, was ist das schon?
Privatsphäre ist heut blanker Hohn.
Sei einigermaßen integer
oder es lacht über Dich jeder.
Was hat Dich geritten?
Wer hat die größten Titten?
Wer hat heute viel verdient?
Wem wurd heut das Bein geschient?
Es ist doch alles von Belang
ja, es geht uns alle an
denn was rauscht durch hohle Rohre,
dringt uns schmerzhaft dumm ans Ohre,
treibt uns an und bringt uns um
macht uns krank und macht uns dumm.
Miese Typen liegen da
warten auf den Wonderbra
und die Haut die bebt und spannt
hat seit Jahren sehr gebannt
auf die Dinge drauf gesehen
und kann keinen Ausweg gehen,
weil es alles bleibt wie stets:
Böse gesund, Gute Aids.
Ausweglos scheint alles Trachten,
ausweglos das auf Nachbarn achten,
sinnlos scheint die ganze Sache -
am Ende stehste einsam auf der Wache.
JCS 08