Gestern
Visionen der Nächte und des Rausches,
wohin seid ihr gegangen?
Schwaden der Sehnsucht halten den Geiste,
endlos das Verlangen.
Eben noch, wie süß es war
neben ihr den halben Tag,
neben ihr die ganze Nacht
mit ihr allein das Glück verbracht.
Sinfonie voll Harmonie warst du,
nun ist das Orchester gegangen.
Nur ich sitze noch im dunklen Raum
und summ die Melodie, die längst vergangen.
Wie herrlich schmeckte der Wein
bei naivem Kerzenschein.
Nun bitter alle Nahrung ist,
das Leben so vollkommen frei von Genuss.
Eben noch ein Bad im See,
dann das Trocknen der Flügel in Hitzes Glut,
danach Flügelschlagen und die Luft auf der Haut,
nun sind alle Vögel fort.
Die Schatten, ach, so lang geworden,
Kälte weht durchs Haar,
Tränen vernebeln den Blick
und alles sehnt sich verzweifelt zurück.
Wie weich die Welt gewesen ist,
welch Wunder jeder Tag,
welch Wonne jede Stunde,
welch Jahrtausend nun die Sekunde.
Gestern noch hat ich alles und mehr,
gestern war der Sinn voll Farbe,
heute ist er grau.
Heute fehlt mir gestern sehr.
JCS 03