Freudige Ausgelassenheit in blau und rosa -

wann wurde eigentlich der Reim am Teil der Kunst eingeführt?

Die Frage lautet doch eher: Wer verursacht Text und warum.

Für Nicht-Schreiber klingt das banal.

„Ich kann das auch!“ - Das ist die Standard-Antwort.

Natürlich kann jeder erwachsene und halbwegs intelligente Mensch hunderte Seiten am Stück mit Text füllen, aber:

Geht das nicht schon am übergeordneten Ziel der Berufung vorbei, wenn man sich sagen muss „Ich schreib jetzt was, weil ich beweisen will, dass ich es auch kann.“.

Schreiben sollte aus einem selber entsprungen sein ohne dass man noch nachvollziehen kann, woher es eigentlich einmal gekommen ist.

Wie ich diese Menschen verabscheue die Schreiben um des Schreibens Willen! Sie fabrizieren zwar ab und an brauchbare Entertainment-Literatur, doch was hat das für einen künstlerischen Wert, wenn der Auto nichts dabei fühlt?! Mit meinem aktuellen Roman gehe ich jeden Abend ins Bett und wache am Morgen damit auf. Der überwiegende Teil dieser Symbiose besteht aus Schmerz und Zweifel. Das einzige echte Hochgefühl während eines solchen Schreibvorgangs empfinde ich, wenn alles endgültig fertig ist und keine Sekunde vorher. Meine niedergeschriebenen Worte sind wie rohe Eier, wie Säuglinge. Hilflos und vor allem austauschbar.

Aber wenn sich bei einem Satz

das Gefühl manifestiert

er sei zementiert

dann empfindet man Beglückung.

Einen Satz, dem man das Prädikat zuordnen kann: Mit Dir bin ich zufrieden!

Mehr geht nicht.

Das ist das Schreiben. Es muss Erfüllung sein, es muss eine Schicksalsgemeinschaft mit dem Schreiber bilden – es darf nicht nur Hobby sein. Hobby ist Beschäftigung, Ablenkung, Entspannung. Das Schreiben nimmt mich ab und an so sehr mit, dass ich danach vor Erschöpfung sofort ins Bett gehen muss. Kann man das intellektuell oder medizinisch erklären? Nein! Außer dass natürlich das Gehirn beim Denken Kalorien verbraucht – aber kreative Energien nehmen einem besonders viel Konstanz weg. Sie wirbeln Körper und Geist vollkommen durcheinander. Doch ich bin trotz mannigfaltiger Schmerzen und Leiden endlos dankbar für die Segnung mit bestimmten Kleinigkeiten.

Und auch wenn sich der Geist am Tage verfinstert - spätestens in der Nacht wird er zu alter Stärke erwachsen.

So habe ich keine sinnvolle Botschaft an den Leser dieses Textes, außer vielleicht: Sei Dir verdammt noch mal bewusst, dass Du an verdammt noch mal verdammt wenig wirklich und bis zur letzten Konsequenz glauben und Dich wirklich mit Leib und Seele darauf verlassen kannst!

Da treten ja manchmal so Experten auf, die meinen sich sicher zu sein, wie dieses und jenes funktioniert! Selbst wenn da manchmal wirtschaftliche Faktoren bestimmte Prognosen in Erfüllung gehen lassen, ist das kein Grund, an irgendeine Berechenbarkeit zu glauben. Wir sind ......

Ja es tut weh!

Diese Erkenntnis sollte nicht einfach gelesen, sondern endlich verinnerlicht werden.

Wir sind vollkommen unbedeutend, unwichtig, klein und schwach. Was haben wir zu bieten gegenüber der Geschichte, gegenüber Gott, gegenüber dem Universum? Weniger als Null! Ziel: Sich selber und Menschen, die man liebt, glücklich machen – nicht mehr und nicht weniger. Nicht halbherzig eine Ehe führen und dafür afrikanische Kinder unterstützen, sondern seinen Partner, seine Kinder u.a. glücklich machen. Würde es jeder Mensch so halten, wären alle glücklich.

Der Mensch ist ein soziales Tier -

doch niemals ein globales!

Wie könnte, sollte, müsste er? Wie kann man eine Sozialisation mit dem gesamten Planeten – mit Milliarden von Menschen – erreichen? Das ist eine von Medien und auf Sympathie-Wellen reitenden Politikern geschürte Fiktion.

Nicht allzu kritisch sollte der Leser sein! Außer mit sich selbst!

 

JCS