Das Grau

Schweres Grau hat sich gesenkt über die Häuser, über das Land.

Schweres Grau belastet Geist, Herz, Seele, Körper und Verstand.

In alter Tristesse, in altem Trott, in Alltag allgemein gefangen -

bin ich so klein, so ängstlich, so unsicher, so schlicht und befangen.



Woher den Mut, die Kraft, die Überzeugung jetzt nur nehmen,

deutlich besser, zielstrebiger, erfolgreicher und beglückt zu leben?

Doch gibt´s auch Licht und Zuversicht – doch wo?

Ich spüre sie, ich rieche sie, doch seh sie nirgendwo.



Der Dichterfürst bereimt sie gern, die unbekannte Phanta-Sie,

der Sänger schmettert ihr entgegen, der Tänzer zelebriert ihr Genie.

Der simple Mensch wie ich es bin, der wartet und sucht zugleich,

doch wirklich erhält so einer nie den Zugang in ihr Reich.



Das Grau, das lastet, benetzt uns durch und durch mit schwerem steinernen Sirup und Gelee,

verhindert es so doch unseren Weg zum großen „Sie“, hält uns so fern von ihrer frohen Allee.

Es zu durchbrechen schafft die Sonne nicht, kommt sie doch nicht in unser Herz hinein -

nur wenn wir selber wirklich wollen, können wir ein Feind des Grauen sein.

 

 

JCS 05