Bleiern
Rette mich und weck mich auf!
Kann der Herbst hinfort fegen alles Vergangene
als wäre dies ein guter Brauch,
wenn der Herzenssommer in den Fluten versinkt?
Das Blut möchte schweigen,
treibt doch nichts Irdisches es mehr durch die Wesen;
scheint doch alles Licht vergangen,
gedimmt und der Schwärze geopfert.
Der Sturm überwölkt alles hinter uns,
läßt schwarze Schwingen sich nicht nur schlagen,
sondern senken sie sich
bis die Luft verbraucht.
Innen fällt die Hoffnung endlos,
haltlos ist die Welt geworden;
der Horizont verschwimmt im Tal des Nordens,
welche Welle nimmt je wieder Fahrt auf?
Tiefe, in die Höhe gestiegen,
lacht herab und zieht doch unstillbar
unsere Seelen hinab,
all dies durch das Fliehen der Gefühle ausgelöst.
Kämpfe schütteln jedes Tun,
Schwäche hemmt alle Kraft;
das Feuer gleitet die Ankerkette hinauf -
schon brenne ich, das Schiff.
Der Meeresgrund spie den Anker aus,
der nun im Wasser treibt.
Möge er doch verweilen auf festem Grund,
doch die Tiefsee ist erreicht.
Dann die Stille der glatten Fläche -
welch unscheinbarer Frieden!
Doch darauf kommt die Ewigkeit voll Stille -
wie wunderbar war doch der Sturm!
Taumelnd durch den Tag von Sinnen,
in den Nächten scheu und klein,
alles was bedeutsam nun zerronnen,
nur geblieben ist der Schein.
Freude strahlend nur nach außen,
die Gesichter fordern es,
doch im Herzen schwer und bleiern -
sage, warum schlägst du noch?
JCS 03