Das alte Zentrium: Die Brut (Teil 2)
Die Kreaturen, welche nach einigen Wochen aus den Eiern schlüpften, waren eine unheilvolle Kreuzung aus Trolleks und Fimen mit rot leuchtenden Augen und Stacheln auf dem Rücken. Nicht lange danach bestaunten die Schwarzmagier ungläubig das Ergebnis ihrer Hexerei und versuchten sogleich, die Kreaturen, die sie nach dem Land schlichtweg Xods nannten, unter ihre Kontrolle zu bekommen. Bald schon zeigte sich, dass die Xod-Kreaturen ungeheuer schlau, stark und grausam waren, doch gelang es den Magiern weder mit Zaubern noch mit Foltern Macht über sie zu erhalten. Als die feindlichen Heere vor den Toren der Ordensfeste auftauchten, blieb den Magiern nichts anderes mehr übrig, als die Xods in die Freiheit zu entlassen. Zu ihrer freudigen Überraschung metzelten die Xods den Großteil der Angreifer gnadenlos und grausam nieder – den Rest erledigten die schwarzen Zauber, die von den Zinnen der Feste abgefeuert wurden. Es war ein grandioser Sieg und die Existenz der Xod-Kreaturen sprach sich in ganz Zentrium herum. Niemand konnte sich erklären, woher sie gekommen waren – nur einige Magier in Magira ahnten, dass sie das Ergebnis verwerflicher Hexerkräfte waren.
Während sich ein gerechter doch ängstlicher und hilfloser Zorn der gesamten Welt über die Schwarzmagier ergoss, versuchten diese vergeblich, die Xod-Kreaturen unter Kontrolle zu kriegen. Die Xod-Wesen, diese verderbliche Brut, vermehrten sich auf natürlichem Wege und breiteten sich in den folgenden Jahren im ganzen Land Xod aus, wobei sie beinahe alles in dessen Grenzen töteten. Sie verließen das Land jedoch nicht, da sie die Dunkelheit liebten und es nirgendwo in der Welt so lange Nächte wie im Lande Xod gab. Es war der Lehrling Corryctagan Salzwundes, der schließlich herausfand, dass die Xod-Kreaturen der dunklen Sprache mächtig waren. Er wurde nicht getötet, sondern von ihnen als gleichsam böse Kreatur bewundert. Einige Jahre lang lebte er unter ihnen. Sein Name war Torrycan.
Eines Tages fragte der junge Zauberlehrling Torrycan einen der besonders starken und schlauen Xods: „Was ist Euer Begehren und das Eures Volkes?“ Der Xod flüsterte mit anderen Xods in der Nähe, dann sprach er laut und deutlich: „Land Xod!“ Der Lehrling erwiderte: „Wir, der Rat, wollen nur unsere Ordensburgen und unsere Wachtürme. Den Rest des Landes könnt Ihr haben, wenn Ihr uns ab und an dient. Immerhin haben wir Euch erschaffen.“ Wieder tuschelten die Xods. Dann antwortete ein anderer von ihnen: „Wir sagen ja.“
Von diesem Tage an lebten im Lande Xod die Schwarzmagier und die Xod-Kreaturen Seite an Seite. Die Xods waren keine willenlosen Sklaven, doch behandelte diese Brut die Magier wie Kinder ihre Eltern behandeln. Mal waren sie aufsässig, mal gehorsam, doch versuchten sie niemals mehr, einen Magier zu töten. Dem Lehrling gaben sie den Namen Schwarzherz. Viele Jahre später sollte ein gewisser Hycatan Stachelherz dessen Lehrling werden....